Baby und Kind, Familienglück

Getragen sein. Welche Vor-& Nachteile das Tragen hat, welche Tragetücher super gut sind und wie du sie bindest.

5 Comments 05 Januar 2016

baby im tragetuch

Wenn du von Anfang an das allerbeste für dein Baby tun möchtest, dann sind das vor allem 2 Sachen: Stillen und Tragen. Beides erfüllt die Grundbedürfnisse eines Babys nach Geborgenheit und Sicherheit und ist ganz nebenbei auch noch das Nonplusultra für die körperliche & geistige Entwicklung deines Baby.

14 + Gründe, warum es für dein Baby das allerbeste ist, getragen zu werden

Babys kommen nach neun Monaten Bauchzeit physiologisch unfertig zur Welt. Sie würden auf sich alleine gestellt nicht überleben, denn sie könnten sich nicht fortbewegen, nicht allein essen, ihr Seh-& Hörvermögen ist noch nicht vollständig ausgereift und einige Hirnregionen sind noch nicht aktiv.

Das bedeutet, dein Baby braucht nach der Geburt vor allem eines: deinen Schutz, deine Nähe und deine Liebe. Schutz und Nähe sind für ein so kleines Minibaby ein und dasselbe. Das liegt daran, dass in deinem Baby noch Programme aus Urzeiten ablaufen. Das kannst du vor allem ganz wunderbar an den Greifreflexen erkennen. In grauer Urzeit als wir Menschen noch haarig waren und wahrscheinlich mehr als Affe durchgegangen sind, klammerten sich unsere Babys, so wie bei den Primaten noch heute, am Brustfell der Mama fest. Hier bekamen sie Wärme, Schutz und Sicherheit.

tragen ist das beste für ein kind

Und da wir heute kein Brustfell mehr haben, an dem sich die Babys festhalten können, brauchen wir eben Tragetücher, die uns dabei helfen unsere Baby eng am Körper zu tragen. Denn nur im engen Körperkontakt, wenn es dein Herz schlagen hört und deine Bewegungen spürt, fühlt sich dein Baby in vollkommener Sicherheit.

Vielleicht ist dir schon häufiger aufgefallen, dass Babys im Kinderwagen oft weinen. Wenn nicht, achte einmal darauf, wie oft so ein kleiner Mensch im Kinderwagen weint und schreit. Das liegt nicht daran, dass die Mutter ein Schreikind hat, sondern vielmehr daran, dass der Urinstinkt des Babys einwandfrei funktioniert. Es fühlt sich verlassen und hat fürchterliche Überlebensangst.

In früheren Zeiten konnte die Abwesenheit der Mama durchaus den Tod des Nachwuchses bedeuten. Und so wird ein Baby in Plastikkutsche auch heute solange weinen, bis seine Mutter oder Eltern es an ihren schützenden Körper bringen oder es irgendwann vor Erschöpfung einschläft, was besonders schlimm ist für so einen kleinen wunderbaren Menschen.

 

Mal abgesehen davon, dass du wahrscheinlich vermeiden möchtest, dass dein Baby Überlebensängste durchstehen muss, hat das Tragen auf die gesamte Entwicklung deines Babys positive Auswirkungen:

+ die ständige Bewegung stimuliert den Gleichgewichtssinn und die Muskulatur, was super positiv für eben die Muskeln und auch die Nerven ist

+ das Baby nimmt eine optimale Körperhaltung ein: runder Rücken und Anhock-Spreiz-Haltung, sprich die Hüftgelenke können perfekt ausreifen

+ spätere Haltungsauffälligkeiten werden auf ein Minimum reduziert

+ es besteht keine Gefahr, dass dein Baby sich einen „Plattkopf“ liegt

+ die vielen unterschiedlichen Sinnenreize, die über Ohren, Augen, Geruch und Berührung ankommen, regen die Synapsenbildung im Gehirn an, es entstehen weitaus mehr Vernetzungen – Vorteil: Wenn es deinem Baby zu viel Input von außen wird, kann es sich einfach in sein Tuch zurückziehen und schlafen

+ durch das Gefühl der Sicherheit weinen und schreien Traglinge 40-50 % weniger als andere Babys

+ die Beziehung zwischen dir und deinem Baby ist enger, denn durch die körperliche Nähe erkennst du Babys Bedürfnisse früher und kannst diesen schon nachkommen, bevor es zu weinen anfangen muss

+ diese enge Beziehung bleibt euch erhalten und führt zur einer effektiveren und harmonischeren Kommunikation

+ über 80% der Tragender haben mit einem Jahr eine sichere Bindung zur Mama, bei nicht-getragenen sind es nicht einmal 40%

+ die Nähe und Geborgenheit, die dein Baby durch das Tragen bekommt, sind Grundbedürfnisse eines jeden Kindes. Werden diese ausreichend erfüllt, können sich die Kinder einfacher lösen und werden früher selbstständig. Verwöhnt werden sie auf gar keinen Fall – das wäre so wie wenn du sagst, ein Baby würde verwöhnt werden, wenn es Essen bekommt, weil es Hunger hat. Wenn dein Kind deine Nähe und Schutz missen muss, wird es dir länger am Bein hängen und schüchtern sein. So wie die meisten Kinder heutzutage….

+ in der aufrechten Position kann dein Baby besser aufstoßen

+ durch den engen Körperkontakt bleibt Babys Bauch schön warm und wird massiert – das beugt vor und hilft Wunder bei Blähungen

+ dadurch, dass dein Baby mit dir auf Augenhöhe ist, nimmst du es als gleichwertige Person wahr; wenn es zwei Stufen unter dir liegt, ist die Rangordnung ganz klar – und diese physische Ungleichheit überträgt sich sofort aufs Unterbewusstsein. Wenn du mal einen Kinderwagen benutzt, wirst du merken wie schnell dein Baby mit seinen Bedürfnissen aus deinem Blickfeld rutschen

+ zu jeder Jahreszeit und Wetterlage befindet sich dein Kleines gut temperiert an deinem Körper – du musst dir also keine Sorgen machen, dass es (er-)frieren könnte und auch im Sommer ist es normalerweise nicht zu heiß – bei 35 Grad plus wird es allerdings überall heiß sein.

Das Tragen deines Kindes wirkt sich rundum positiv auf dein Kind aus – die körperliche, geistige und seelische Entwicklung kann nur so optimal stattfinden, denn Getragensein ist der aller natürlichste Zustand für dein Baby.

 

Kleinkind tragen

Wie lange darfst du dein Kind tragen?

Dein Kind kannst du so lange durch die Gegend tragen, wie ihr beide es genießt und Spaß daran habt. Tragen ist nicht nur ab Geburt das schönste für dein Kind, auch später genießen es die allermeisten Kids, wenn Mama oder Papa sie tragen.

Deine Rückenmuskeln machen die Tragerei auch optimal mit, denn jetzt werden sie endlich mal trainiert. Du fängst an dein Baby mit 3 oder 4 kg Geburtsgewicht zu tragen und ab dann trägst du es jeden Tag, während es kontinuierlich an Gewicht an zulegt – ein einfacheres Rückentraining nebenbei gibt es wohl kaum.

Selbstverständlich wirst du dein Kind je älter es wird, weniger tragen. Das liegt einerseits einfach daran, dass es rennen und spielen und toben möchte. Andererseits auch daran, dass je weniger du dein Kind trägst, deine Rückenmuskulatur langsam entwöhnt wird und es dann anstrengend werden kann.

Trage dein Kind also so lange wie es euch beiden gefällt.

 

Ab wann kann ich mein Baby auf dem Rücken oder der Hüfte tragen?

Auf dem Rücken trägst du das Kleine erst, wenn es seinen Kopf allein sicher halten kann. Achte im Winter darauf, dass es warm bleibt.

Auf der Hüfte ist die offizielle Empfehlung ab 12 Wochen. Aus persönlicher Erfahrung nehme ich jegliche Bindevariante bei der das Baby auf der Hüfte sitzt, erst wenn es selbst sitzen kann.

Kann ich mein Baby auch nach vorne tragen?

Nein, nein, nein! Trage dein Kind niemals mit dem Rücken an deine Brust gebunden. Rein physiologisch ist das total unglücklich, weil die Wirbelsäule deines Baby gerade gedrückt wird. In den ersten Lebensmonaten ist es ganz wichtig, dass es einen runden Rücken hat, damit es sich optimal entwickeln kann.

Zum körperlichen Aspekt kommt der geistige hinzu. Ist dein Kind mit dem Gesicht nach vorne gebunden, bekommt es alles um sich herum mit und kann sich nicht abwenden und an deine Brust kuscheln, wenn es ihm zu viel wird. Gleichzeitig bekommt es alle auf euch zuströmende Energie zuerst ab, was ziemlich anstrengend ist und das Kleine überfordert und es kann deinen Herzschlag nicht hören.

Zusätzlich zu den Nachteilen für dein Baby, kommt hinzu, dass es für dich als Mama in der Zeit nach der Geburt viel zu belastend für deinen Beckenboden ist, dein Kind mit dem Gesicht nach vorn zu tragen.

glückliches kind im arm

Verwöhnst du dein Kind, wenn du es trägst?

Das kommt darauf an, ob verwöhnen für dich positiv oder negativ belegt ist. Verwöhnen im Sinne von verziehen tust es nicht. Denn das aller natürlichste und beste auf der Welt ist dein Baby zu tragen.
Verwöhnst du dein Baby im positiven Sinne? Ja klar – jeder will verwöhnt und umsorgt werden und spüren, dass er geliebt wird. Du, dein Partner und euer Kind genauso!

Warum tragen auch für dich das beste ist.

du bekommst ein optimales Gespür dafür, was dein Baby braucht. Das gibt dir beim ersten Kind vor allem Selbstsicherheit und bewahrt dich vor Stress, denn du kannst reagieren, bevor dein Mini weint.
du integrierst das Kleine in deinen Alltag und ihr stellt euch perfekt aufeinander ein
du hast dein Mini auf Augenhöhe und kannst es so viel leichter als gleichwertiges Familienmitglied kennenlernen
du kannst deinem Alltag mit Haushalt und Geschwisterkindern weiterhin nachgehen, weil du die Hände frei und dein Baby dabei hast
auch unterwegs bist du barrierefrei unterwegs und kannst dein Baby vor zu viel Input schützen
du kannst problemlos unterwegs im Tragetuch stillen
du stärkst deinen Rücken und Frauen auch ihren Beckenboden
Männer können ebenfalls eine enge Beziehung zu ihrem Baby aufbauen
das Tuch ist geschickt, weil du keine extra Decke zum draufsitzen oder zudecken einpacken brauchst

Um die körperliche & geistige Entwicklung deines Babys optimal zu unterstützen
und
um euch aufeinander einzustellen, kennenzulernen und lieben zu lernen.

Wer sein Baby liebt – der trägt.

 

Soll es ein Tragetuch oder eine Tragehilfe sein?

Dass du dein Baby trägst, steht also außer Frage. Jetzt hast du noch die Möglichkeit dich zwischen einem Tragetuch oder einer Tragehilfe zu entscheiden. Alles was es dazu zu wissen gibt, bekommst du jetzt:

tragetuch baby

Die Vor- & Nachteile von Tragetüchern

+ es gibt viele unterschiedliche Techniken das Tuch zu binden – du kannst dir aussuchen, was für dich am bequemsten ist & du kannst dein Kind sowohl vorne als auch auf dem Rücken tragen

+ das Tuch schmiegt sich optimal an deinen Körper an: das sorgt für einen optimalen Tragekomfort & das Tuch kann von unterschiedlichen Personen benutztt werden ohne nerviges Riemen und Schnallen verstellen

+ das Baby sitzt richtig gut in der Anhock-Spreiz-Haltung und sein Rücken wird gut gestützt

+ das Köpfchen des Babys wird gut gestützt

+ es entspricht den Bedürfnissen deines Kindes in jedem Alter: als Baby geschützt vor zu viel äußerem Input und als Kleinkind super tolle Aussicht vom Rücken der Eltern

+ du trägst dein kleines Baby Herz an Herz und kannst es so umarmen – dein Baby erfährt Geborgenheit, Schutz und auch Sicherheit; auf dem Rücken geht das nicht.

+  gewebte Tragetücher können von Geburt bis das Kind nicht mehr getragen werden möchte, benutzt werden und danach sogar zur Hängematte oder Hängesitz umfunktioniert werden

+ du brauchst kein extra Platz für das Tuch einzuplanen, denn es ist schnell zusammengelegt

+ mit bestimmten Wickeltechniken für unterwegs bleibt das Tuch angelegt und du kannst dein Baby beliebig oft rausholen und wieder reinstecken, eventuell musst du das Tuch wieder etwas fester nachziehen

elastische Tragetücher können nur von Geburt bis höchstens 9 kg benutzt werden, da sie sonst nicht mehr optimal stützen

um das Tuch optimal binden zu können, brauchst du vielleicht 2 Wochen – Übung macht den Meister und mit jede Mal geht es schneller und leichter

unterwegs können die Tuchenden schnell auf den Boden hängen, wenn du nicht darauf aufpasst – mit etwas Übung ist das kein Thema mehr, ansonsten gibt’s ne Waschmaschine.

Die Vor- & Nachteile von Tragehilfen

+ du musst keine Bindetechnik lernen

+ unterwegs kannst du die Trage schnell aufsetzen ohne sie dreckig zu machen

+ ohne Kind kannst du die Trage bequem als Rucksack weitertragen

einfacher in der Handhabung für Omas, Opas und andere, die dein Baby auch mal – auf dem Rücken – tragen wollen

+ bei älteren Babys, die schon ihre 8-10kg oder mehr haben, trägt es sich leichter mit der Tragehilfe, da das Gewicht nicht auf den Schultern, sondern auf den Hüften liegt

kann nur bedingt auf die Größe des Babys eingestellt werden, wodurch das Kind nicht immer optimal gestützt wird oder optimal in der Anhock-Spreiz-Haltung sitzen kann

es muss ein extra Einsatz für Neugeborene gekauft werden, damit Baby Kopf und Rücken gestützt werden; das ist allerdings nicht bei allen Herstellern möglich

ohne Neugeborenen Einsatz solltest du die Trage erst ab Sitzalter benutzen

es ist recht schwierig genau die Tragehilfe zu finden, die auch richtig gut passt

 

Du siehst also, dass ein Tragetuch insgesamt gesehen flexibler, komfortabler, rückenschonender und wahrscheinlich auch günstiger ist (da du ja nur eines kaufst und nicht mehrere Teile drumherum brauchst). Ja, du musst einmal lernen wie du das Tuch richtig bindest – ich kann dir versprechen, dass das total einfach ist! 

 

Welche Marken stellen qualitativ top Tragetücher her?

Es gibt eine Unmenge an Marken und Labels, die Tragetücher herstellen. Daher möchte ich dir die Marken vorstellen, die qualitativ richtig super klasse sind. Als richtig super gute Tragetücher gelten Tücher, die

1.) weder zu dünn noch zu dick sind
2.) griffig sind, damit sie gut nachgezogen werden können
3.) aus biologisch angebauter Baumwolle angefertigt sind
4.) Schmermetall-frei sind, damit dein Baby ohne Weiteres genüsslich am Tuch nuckeln kann.

 

Und hier die Marken:

1.) Didymos
Baumwolle und andere Stoffe wie Leinen, Hanf, Seide und Wolle stammen aus kontrolliert biologischer „Herstellung“.

Die Farben sind frei von Schwermetallen.

Hergestellt wird in einer deutschen Weberei in Baden-Württemberg.

Die Verarbeitung der Tücher ist Weltklasse.

Es werden die Garne gefärbt und nicht das fertige Tuch bedruckt – die Farbe ist intensiver und strahlender und bleibt jahrelang wie neu.

Im Öko-Test 2011 wurde Material, Handhabung und Verarbeitung angeschaut. Insgesamt schneiden Didymos Tragetücher mit „gut“ ab: Handhabung und Material optimal, es wurden optische Aufheller in den Etiketten gefunden, deshalb nur gut statt sehr gut.

2.) Oscha

Wunderschöne Tragtücher nach GOTS-Standard und mit Produktion in UK & Irland bekommst du bei Oscha.

Versendet wird selbstverständlich auch nach Deutschland.

3.) Girasol

Die Baumwolle ist auf Öko-Tex 100 geprüft und demnach Schadstoffrei.

Hergestellt wird in einer Weberei in Guatemala – die Arbeitsbedingungen scheinen durch den persönlichen Kontakt der Firmeninhaber zur Weberei richtig gut zu sein.

Die Verarbeitung der Tücher ist ebenfalls hoch qualitativ.

Es werden die Garne gefärbt und nicht das fertige Tuch bedruckt – die Farbe ist intensiver und strahlender und bleibt jahrelang wie neu.

4.) Pollora

Auch diese Tragetücher werden nach Öko-Tex 100 Standard produziert, und zwar in einer deutschen Weberei. Hier bekommst sowohl Muster als auch einfarbige Tücher, was besonders für den Papa cool ist.

Cool hier ist, dass du dir ein Tuch aussuchen kannst, das optimal für dein kleines Leichtgewicht ist und es gleichzeitig auch Tragetücher im Angebot gibt, die dicker gewebt sind und sich so besonders gut eignen, um ein Kleinkind darin zu tragen.

Viele Eltern diskutieren über den Preis der Tragetücher und möchten am liebsten nicht ganz so viel für ein Tragetuch ausgeben. Aber sind 100-150 Euro als wirklich viel einzustufen, wenn du dir folgende Aspekt vor Augen hältst:

# das Tuch soll frei von Schadstoffen sein, damit dein Baby beruhigt am Tuch nuckeln kann ohne dabei Gift aufzunehmen

# das Tuch soll gut verarbeitet sein, damit es deinem Kleinen nicht in die Haut einschneidet

# das Tuch soll griffig sein, damit es dir nicht dauernd verrutscht und sich so nachteilig auf den Körper deines Babys auswirken kann

# das Tuch soll aus biologischer Baumwolle hergestellt sein, damit keine Pestizid- oder Herbizidrückstände auf Babys Haut kommen

# und mein persönlicher Anspruch: es soll aus fairer Herstellung kommen, denn „Von Kinder für Kinder“ finde ich weniger cool

 

Worauf solltest du beim Kauf eines Tragetuchs achten?

Zusätzlich zur Qualität des Materials und Herstellung der Tücher gibt es noch ein paar Dinge über Tragetücher zu wissen, bevor du dein perfektes Tuch aussuchen kannst:

1.) Die Webtechniken: Jacquard oder nicht?

Es gibt mehrere unterschiedliche Webtechniken: Kreuzköper, Fischgrat, Diamant und Jacquard.
Jacquard-Tücher sind absolut klasse. Ihr feines Garn macht sie schön weich, die Farben sind vorn und hinten genau umgekehrt.
Kreuzköper, Diamant und Fischgrat-Tücher sind alle anderen Tücher, die nicht extra als Jacquard gekennzeichnet sind. Die Garne sind etwas gröber,  das macht das Tuch insgesamt auch griffiger. Am festesten und so besonders für schwerere Kinder geeignet, ist die Diamant-Webung.

gewebtes tragetuch

2.) Gewebtes Tuch oder gestricktes Tuch(Jersey)

Über die gewebten Tücher hast du gerade gelesen. Gestrickt werden Jersey-Tücher. Sie sind im Gegensatz zu Webtüchern elastischer und dünner und eignen sich daher besonders gut für Neugeborene. Ein Jersey-Tuch solltest du generell nur solange benutzen bis dein Baby 9kg wiegt. Ab dann wird es etwas zu schwer für ein Jersey-Tuch – das heißt das Tuch ist nicht fest genug, um dein Baby noch optimal zu stützen.

3.) Reine Baumwolle oder Baumwolle-Seide/Wolle/Leinen/Hanf

Ein guter Allrounder für das ganze Jahr ist und bleibt ein reines Baumwolltuch.  Vorteil: dieses kannst du auch bei 60Grad in die Waschmaschine stecken.
Baumwolle/Wolle: wärmend und kuscheliger für den Winter. Waschbar bei 30Grad oder Handwäsche.
Baumwolle/Seide: leicht und angenehm im Sommer. Waschbar bei 30Grad oder Handwäsche.
Baumwolle/Leinen: Leinen wirkt kühlend – also super für den Sommer. Außerdem ist Leinen nicht elastisch – also besonders geeignet für erfahrene Tuchträger mit älteren/schwereren Kids. Waschbar bis 60Grad.
Baumwolle/Hanf: Hanf ist besonders fest und eignet sich daher auch  für erfahrene Tuchträger mit älteren/schwereren Kids. Waschbar bis 60Grad.

Wenn du ein Allround-Tragetuch möchtest, das du

+ in jeder Jahreszeit
+ von Geburt an bis ins Kleinkindalter
+ als TragetuchAnfänger

nutzen kannst, dann entscheide dich für ein klassisches Baumwolle-Tuch.

baumwoll tragetuch

Der große Vorteil ist hier außerdem, dass du es locker bei 60 Grad waschen kannst – und dafür wirst du früher oder später sehr dankbar sein, denn die Enden des Tuchs landen vielleicht mal im Dreck oder du benutzt es als Wickelunterlage und es bekommt was ab oder du nimmst es als Decke und es wird draufgekleckert.

Aus persönlicher Erfahrung empfehle ich ein Jacquard-Tuch – einfach weil es so schön weich ist und easy im Handling!

 

Was ist der Unterschied zwischen Tragetuch und Sling?

Ein Sling-Tuch unterscheidet sich vom normalen Tragetuch hauptsächlich in der Handhabung. Anstatt zu binden, hängst du dir  ein Sling-Tuch einfach um und knotest nicht, sondern verwendest zwei Ringe, um es zu befestigen.

Der Vorteil der Ringe besteht darin, dass du das Tuch ganz leicht nachziehen kannst, wenn dein Baby schon im Tuch sitzt. Es ist also kein aufknoten, nachziehen und wieder zuknoten nötig. Super geschickt. Zudem sind kannst du dein Mini nach wie vorne, auf dem Rücken und auf der Hüfte tragen.

Der Nachteil eines Slings besteht im Umkehrschluss darin, dass du keine Bindevarianten zur Verfügung hast, sondern immer dieselbe Technik nimmst, um dein Baby „einzuspannen“. Diese sehr einfache Technik, bei der du dir das Tuch letztlich nur über eine Schulter wirfst, hat dann wieder den Nachteil, dass das Gewicht deines Babys wirklich nur auf einer Schulter liegt. Und das wird auf Dauer anstrengend.

Ein Sling-Tuch kannst du zwar schon für ein Neugeborenes benutzen, aber nur in der Wiege. Ansonsten muss dein Baby unbedingt sicher den Kopf halten können und persönlich finde ich es auch sehr viel sicherer und angenehmer, wenn das Baby schon selbst sitzen kann.

Ein klarer Minuspunkt für den Sling ist der, dass die Ringe aus Aluminium hergestellt sind, was einfach nicht besonders nachhaltig oder gesund ist.

Ein Sling Tuch ist als alleiniges Tragetuch von Geburt bis Ende Tragealter keine optimale Lösung. Als Zweittuch für unterwegs, wenn du zum Einkaufen gehst oder es sonst mal schnell gehen muss, ist es aufgrund des schnellen Handlings zu empfehlen.

 

Wie bindest du ein Tragetuch?

Es gibt viele unterschiedliche Möglichkeiten, dein Tragetuch zu binden. Probier am besten unterschiedliche Varianten aus, denn so findest du ganz leicht heraus, welche Variante für dich am geschicktesten und bequemsten ist.

Für den Anfang empfehle ich dir auf jeden Fall die Wickelkreuztrage. Dabei hast du dein Baby schön eng am Körper, es hängt urgemütlich vor deinem Körper und du hast gleichzeitig die Hände frei und genügend Platz unter deiner Jacke.

Bei der Wickelkreuztrage gibt es 2 Varianten – ich stelle dir beide im Video vor und zeige dir, wie du sie richtig binden kannst.

Variante Nummer 1:

 

Variante Nummer 2:

Für später, wenn dein Baby sein Köpfchen alleine halten kann und wenn es langsam zu schwer wird, um es immer nur vorne zu tragen, kannst du es auch auf den Rücken spannen. Auch hier gibt es 2 Varianten. Wie du beide ganz allein hinbekommst, zeige ich dir auch im Video.

Variante Tragetuch

 

Variante Tragerucksack

 

Nützliches Zubehör für dein Tragetuch

Als liebevolle Tragetuch-Mama oder liebevoller Tragetuch-Papa kannst du es dir und deinem Baby so richtig schön angenehm machen, wenn du dir noch ein paar nützliche Dinge rund ums Tragetuch zulegst.

Eine Tragejacke

In den ersten Lebensmonaten deines Babys brauchst du eigentlich keine extra Tragejacke, wenn deine Jacke genug Spiel lässt oder du einfach die Jacke von deinem Partner nimmst.

Wenn das zu eng wird, muss eine Tragejacke her, um euch beide schön warm zu halten. Tragejacken gibt es als Fleece, Softshell und Winterjacken – Version.

Didymos bietet eine Winter-& eine Softshell-Tragejacke an.

Bei DaWanda bekommst du kuschelige Fleece-Tragejacken mit Öko-Tex 100: Agnes H. und GoFuture

Ein Einsatz für deine Jacke – eine sogenannte Kumja

Eine super Möglichkeit dein Baby schön kuschelig zu tragen, bietet dir eine Jackenerweiterung. Also ein Einsatz, den du mit Reisverschluss an deine normale Jacke anschließen kannst. Der große Vorteil – du musst dir nicht extra eine ganz neue Jacke anschaffen, sondern nimmst deine einfach weiter.

kumja jackeneinsatz mamamotion

Du kannst eine gebrauchte Kumja kaufen – achte auf die passenden Reißverschlüsse oder du holst dir bei Mamamotion direkt eine neue. Die Kumjas werden mit Öko-Tex Standard 100 zertifiziert und in fairen Produktionsbedingungen bei Freunden des Hauses in Vietnam hergestellt!

Viel Spaß beim Tragen!

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5 Comments so far

  1. Anna S. sagt:

    Hallo. Eine echt informative Seite hast du hier auf die Beine gestellt 😉
    Mach weiter so!

    Ich konnte mich lange nicht entscheiden, ob ich eine Babytrage oder ein Tragetuch für mein Baby kaufen soll. Letztendlich habe ich mich für ein Tragetuch entschieden, da dieses für mich und mein Baby mehr Vorteile bietet. Zum einen kann man es schon von Geburt an verwenden, zum anderen hat man viel mehr Bindemöglichkeiten als mit einer Babytrage. Außerdem lässt sich das Tuch auch viel besser in die Tasche verstauen als eine sperrige Babytrage. Super finde ich auch, dass das Babytragetuch auch als Decke oder Hängematte verwendet werden kann.
    Also ich habe meine Kaufentscheidung für ein Babytragetuch nicht bereut und kann es nur jedem empfehlen.

    Schöne Grüße
    Anna S.

  2. Lisa Naumann sagt:

    Hallo, ich habe gerade das Video für die Wickelkreuztrage to go gesehen. Finde ich klasse und super erklärt!
    Meine Frage ist jetzt ob ich diese Variante schon ab der Geburt nehmen kann? Ich würde sie nehmen, wenn wir zum Arzt müssen oder einkaufen gehen wollen. Denn ich kann super zu Haus und in Ruhe alles vorbinden und muss nicht vor dem Auto erst binden. Ich bekomme mein 2. Kind und das ist dann zu umständlich und das Tuch wird vielleicht dabei schmutzig.
    Mache mir Sorgen ob es auch optimal gestützt ist, denn etwas abgewandelt bzw. vereinfacht ist diese Variante schon in Bezug auf die Wickelkreuztrage die ich gleich mit Baby binde?!
    Freu mich auf eine Rückmeldung. Liebe Grüße, Lisa

    • Gina sagt:

      Liebe Lisa,

      zuerst entschuldige ich mich für die späte Antwort – ich war in den letzten Wochen sehr beschäftigt mit meine Übelkeit… vielleicht kennst du das ja auch:-)

      Du kannst die „to go“ Variante schon ab Geburt nehmen. Wir haben sie damals im Didymos-Shop in Ludwigsburg so gezeigt bekommen und Kilian hat sie bevorzugt genommen, als Finn noch ganz klein war. Ich denke, dass das Tuch nicht optimal stützen könnte, ist vielleicht dann der Fall, wenn das Kind das dritte Mal oder häufiger rein kommt, weil sich das Tuch sich doch immer etwas lockert beim Kind herausnehmen. Beim ersten Mal brauchst du dir keine Sorgen zu machen:-)

      Ich finde, es kommt auch darauf an, welche Variante dir besser liegt. Ich habe, so wie du es auch beschreibst, die „to go“ Version für aus dem Auto raus und Kind direkt rein (gerade im Winter) genommen, fürs gemütliche Spazierengehen war mir die „normale“ Variante aber auch lieber.

      Viel Spaß beim Tragen und liebe Grüße,

      Gina

  3. Katja sagt:

    Hallo Gina,
    ich würde gerne wissen welches Tuch du in deinen Videos verwendet hast (wickelkreuztrage to go…).

    LG und danke für die tollen Infos


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